Custodes Biburgiensis und die Landshuter Hochzeit von 1475 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jaeger   
Samstag, den 03. Januar 2009 um 12:44 Uhr

Custodes Biburgiensis und die Landshuter Hochzeit von 1475

Die Fürstenhochzeit

Bei der Landshuter Hochzeit (LaHo) wird über Tage hinweg die bayerische Stadt Landshut und ihre Einwohner im Jahre 1475 dargestellt. Es wird die geschlossene Hochzeit zwischen der polnischen Königstochter Hedwig und dem Landshuter Herzogssohn Georg mit einem Umzug, Lanzenstechen, mittelalterlichem Leben und damaliger Musik nachgestellt. Besonderer Wert wird seit jeher auf historisch belegte Bekleidung und Ausrüstung gelegt. Der nächste Termin für dieser Großveranstaltung ist die "Landshuter Hochzeit 2009".

Die Custodes Biburgiensis

In erster Linie wollen die Custodes Spass und Freude am Reenactment mittelalterlicher Szenarien wie dem Lagerleben, Schwertkampfturnieren oder anderen Wettkämpfen haben. Die Genauigkeit der historischen Darstellung ist den einzelnen Mitwirkenden überlassen, wobei hier die gesamte Bandbreite zwischen exakter Darstellung belegter Gräber-Funde und Gewandung "von der Stange" verwendet wird.

Die Betonung der historischen Korrektheit zeigt den Unterschied zwischen dem Mittelalterlichen Verein Custodes Biburgiensis und den Landshuter Förderern auf.

Kostüme und Gewandung

Der Verein "Die Förderer e.V.", welcher die Landshuter Hochzeit veranstaltet, stellt allen Teilnehmern sämtliche Kostüme, die während der Festspiele zum Einsatz kommen. Bei den Custodes Biburgiensis spricht man nicht von Kostümen. Dieser Begriff ist der Theaterdastellung (Schauspiel) vorbehalten.

Im Kreis des Mittelalter-Reenactment, zu dem sich die Custodes zählen, grenzt man diese beiden Begriffe voneinander ab, wodurch sich die Living-History-Darsteller von der empfundenen Albernheit eines Faschingskostüms oder der Ungenauigkeit eines Theaterkostüms distanzieren.

Dadurch, dass die Verantwortung und Ausführung des eigenen Kostüms beim jeweiligen Träger liegt, vermeidet man eine Uniform-ähnliche Erscheinung der ganzen Gruppe, wie dies beim Anblick einer Gruppe der Landshuter Hochzeit wirken kann.

Mitglieder und Anforderungen

Wer bei den Custodes Biburgiensis Mitglied werden will, stellt sich dem Verein vor, zeigt innerhalb eines Jahres, dass er oder sie sich im Verein eingliedert und die selben Zeile verfolgt und wird danach vollwertiges Mitglied. Somit kann jeder auf allen Veranstaltungen (Burgfeste, Turniere, Ritteressen, Vereinsversammlungen) teilnehmen und unterliegt keinem weiteren Auswahlverfahren.

Für ein groß angelegtes Schauspiel wie der Landshuter Hochzeit müssen andere Methoden verwendet werden, um den Andrang auf eine begrenzte Zahl von Rollen zu koordinieren. Es werden die verschiedenen historischen Personen (Herzog, Kaiser, Bischof, Grafen...) und Personengruppen (Polnische Gesandte, Reisige, Mosrikentänzer, Edeldamen...) im Umfeld der Hochzeitsfeier dargestellt. Speziell für jede Rolle werden aus der Landshuter Bevölkerung Bewerber in "Casting"-Terminen ausgewählt und die jeweiligen Stellen besetzt.

Der feine Unterschied

Wie man erkennen kann: Nein, die Custodes Biburgiensis stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den Landshuter Förderern und deren "Landshuter Fürstenhochzeit". Es handelt sich um zwei Vereine mit unterschiedlichen Ausrichtungen, die nur die eine Sache Verbindet.
Der Spaß am Mittelalter.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. Februar 2009 um 08:38 Uhr
 

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